Am 25. August 2026 präsentierten Kathrin Otrel-Cass und Joey Guercio den gemeinsam mit dem Sparkling Science Forschungsteam erarbeiteten Beitrag „Culturally Responsive Pedagogy in Climate Science Education: Empowering Student Voices“. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie eine kulturell responsive Pädagogik die Stimmen von Schüler:innen in der Klimabildung stärken kann und wie Klimawissenschaft so vermittelt werden kann, dass sie nicht von den Lebensrealitäten der Jugendlichen losgelöst bleibt. Kulturell responsive Pädagogik nimmt unterschiedliche Erfahrungen, soziale und kulturelle Hintergründe, Wissensbestände und Ausdrucksformen der Lernenden ernst und bezieht sie aktiv in den Unterricht ein. Schüler:innen werden dadurch nicht nur als Empfänger:innen wissenschaftlichen Wissens verstanden, sondern als Beteiligte, die eigene Fragen, Sichtweisen und Deutungen in die Auseinandersetzung mit dem Klimawandel einbringen.
Kulturell responsive Klimapädagogik
Gerade bei einem gesellschaftlich und emotional aufgeladenen Thema wie dem Klimawandel ist diese Verbindung von wissenschaftlichem Wissen und persönlichen Erfahrungen besonders bedeutsam. Wenn Jugendliche ihre Klimasorgen, Zukunftsvorstellungen und Beobachtungen aus dem eigenen Umfeld artikulieren können, entstehen neue Zugänge zu naturwissenschaftlichen Inhalten. Zugleich eröffnen sich Räume, in denen unterschiedliche Perspektiven sichtbar werden und gemeinsam verhandelt werden können. Klimabildung kann so nicht nur Wissen vermitteln, sondern auch Zugehörigkeit, Handlungsfähigkeit und gesellschaftliche Teilhabe fördern.
Klimawandel und Biologieunterricht
Der Projektbeitrag war Teil des Symposiums „Culturally Responsive Biology Education“. Anhand verschiedener Themenfelder wurde diskutiert, wie Biologieunterricht gesellschaftliche und kulturelle Kontexte aufgreifen und unterschiedliche Stimmen stärker berücksichtigen kann. Die Beiträge reichten von transdisziplinären Lernformen über kulturelle Aspekte der Gesundheitsbildung bis zur Frage, wie Klimawissenschaft die Erfahrungen und Ausdrucksformen von Schüler:innen einbeziehen kann.
ERIDOB 2026 in Lubljana
Die 15. ERIDOB-Konferenz fand vom 24. bis 28. August 2026 an der Pädagogischen Fakultät der Universität Ljubljana statt. ERIDOB steht für „European Researchers in Didactics of Biology“ und bezeichnet eine internationale wissenschaftliche Gemeinschaft, die sich mit der Forschung zur Biologiedidaktik beschäftigt. Die Konferenz findet alle zwei Jahre statt und bringt Forschende aus Europa und weiteren Teilen der Welt zusammen, um aktuelle Studien, unterschiedliche Forschungstraditionen und zentrale Fragen biologischer Bildung zu diskutieren. Unter dem Motto „Biology education paving the way for our common future“ widmete sie sich der Frage, welchen Beitrag biologische Bildung zu einer gemeinsamen Zukunft leisten kann. Im Hintergrund stehen sowohl die hohen Erwartungen an die Wissenschaft bei der Bewältigung gegenwärtiger Krisen als auch die zunehmende Infragestellung wissenschaftlicher Erkenntnisse.